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Die Gustav-Adolf-Kirche

Einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen, ein Haus bauen - das ist es, was lt. Sprichwort ein Mann in seinem Leben getan haben muss.
Ein Haus bauen, sich eine Bleibe schaffen - das scheint zum wichtigsten zu gehören, nicht nur für den Einzelnen und die Familie. Auch die Gemeinschaft braucht ein Haus.
Als die Israeliten nach 40 Jahren in der Wüste endlich sesshaft wurden, bauten sie einen Tempel, in dem Gott wohnen sollte. Wir glauben nicht an den Gott, der seinen Platz hinter einem Vorhang im Allerheiligsten des Hauses hat, aber ein Haus für Gott und für seine Gemeinde, das wünscht sich wohl jeder.

Das wünschten sich auch die Hüttenfelder Evangelischen schon lange bevor sie mit dem Bau der heutigen Kirche beginnen konnten. Aber jeder Bauherr weiß, ein Haus kostet Geld. Dazu noch viel Arbeitskraft, um es zu errichten.

Geld hatte man in der evangelischen Gemeinde um die Wende des 19./20. Jahrhunderts nicht. Hier wohnten im wesentlichen armen Bauern mit 1-2 Hektar eigenem Feld und Tagelöhner, die auf den Gütern Seehof oder Rennhof beschäftigt waren. Was man das verdiente, reichte kaum zum Leben. Von Sparen oder gar Spenden für eine Kirche konnte da nicht die Rede sein. Trotzdem gründete man 1905 einen Kirchbauverein, der sammelte zwar, aber mit mageren Ergebnissen.
Hilfe von Außen war nötig; man wandte sich 1913 an das Gustav-Adolf-Werk, das für Gemeinden in der Diaspora zuständig war. Doch die lehnten ab; Hüttenfeld gehörte zu Lampertheim, was überweigend evangelisch war, von Diaspora konnte keine Rede sein.
Also wechselte man, orientierte sich nach Viernheim, wurde ab 1915 von dort her versorgt. Plötzlich steckten die wenigen armen Evangelischen zwischen den beiden katholischen Städten Viernheim und Lorsch, und damit in der Diaspora. Als selbständige Kirchengemeinde (ab 1919) zählte man zu den ärmsten des Landes. Jetzt kamen die Beihilfen - und 1923 verfiel alles Gesammelte und Ersparte bei der Geldentwertung.

Am Traum von der eigenen Kirche hielt man trotzdem fest, um so mehr als man im April 1923 in einer Holzbaracke eine Schwesternstation zur Versorgung der Kranken und Kleinkinder eingerichtet hatte. Diese brauchte ebenfalls einen Platz. Am 16.10.23 erteilte der Gustav-Adolf-Verein die Baugenehmigung mit Finanzierungszusage. Von den geschätzten 40.000 Mark wollte der Verein 3/4 tragen, die Hüttenfelder mussten 10.000 Mark übernehmen. Dies wurde proportional zum Grundbesitz aufgeteillt: 7.000 M für die Heylsche Gutsverwaltung, 3.000 M für die Gemeinde Hüttenfeld.

Aber der Platz - wohin mit der Kirche? Zwar hatte der Freiherr von Heyl zu Herrnsheim der Kirche den heutigen Standplatz schon im Jahre 1916 geschenkt, aber der lag im Badischen, und da wollten einige partout nicht hin. Aber es gab nichts anderes, und so wurde im Juli 1924 mit dem Bau begonnen. Der Grundstein mit der Urkunde, Zeitungen, Geld, einem Verzeichnis aller evangelischen Familien und vielem mehr wurde am 25.10.1924 eingelegt, verlötet und vermauert. Er liegt heute im Bereich der Altars ca. 20 cm unter dem Fußboden.

Der frohen Festtagsstimmung folgte der graue Arbeitsalltag auf der Baustelle. Manchmal wuselte es dort wie in einem Ameisenhaufen. Durch Eigenleistungen der Gemeinde (Ausheben der Fundamente und alle Erdarbeiten) konnte viel Geld gespart werden. Wer ein Fuhrwerk hatte, half umsonst mit, das Baumaterial an den Bahnhöfen der Umgebung abzuholen. Innerhalb von 6 Wochen wurden in der Gluthitze des Sommers 1924 die Mauern hochgezogen.

Doch so wie die Kirche "mehr" wurde, so wurde das Geld immer weniger; am Ende hatte das Haus fast alles verschlungen; für die Inneneinrichtung musste man betteln gehen. Die Orgel finanzierte das Frauengremium der hessischen Gustav-Adolf-Stiftung; in den drei langen Fenstern an der Seitenwand wurden deren Stifter verewigt: Freyherr von Heyl und seine Frau, das Ehepaar Freund aus Offenbauch und die hessische Gustav-Adolf-Stiftung; das Rundfenster spendeten frühere Pfarrer der Gemeinde. Dazu kamen noch viele Kleinigkeiten, die die Grundausstung der neuen Kirche erst perfekt machen sollten; Abendmahlsgeschirr, Paramente für Altar und Kanzel und nicht zuletzt die drei Glocken. Die Große Cis-Glocke kaufte man der Gemeinde Kostheim für 500 M ab, die beiden kleineren Glocken, die "Totenglocke in C" und die "Feuerglocke in Fis) wurden neu gegossen. Viele kleine Spender, aber auch größere Einzelspender sowie die Gemeinde selbst brachten schließlich das Geld zusammen. Ganz besonders allerdings war das finanzielle Engagement des Barons Max Freiherr von Heyl zu Herrnsheim und seine Frau Anni geb. Riedesel.
In der Chronik steht geschrieben: Der Kirchenvorstand hat ..... (den beiden) .... als Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit die vorderste Bank zum alleinigen und ausschließlichen Gebrauch überlassen und genehmigt, das die Herrschaft sich ...... ihr geeignet erscheinende Sitze anbringen lässt.

Machen wir nun einen großen Sprung bis nach dem 2. Weltkrieg.
1953 hatte die Gemeinde Grund zum Feiern. Im Krieg waren ihr die drei Glocken genommen worden, wie so vielen anderen auch. Aber 8 Jahre nach Kriegsende konnte man endlich 3 neue sein Eigen nennen. In einem Festkorso wurden sie auf geschückten Wagen durchs Ort gefahren, bevor man sie dort aufhängte, wo sie heute noch ihren Dienst versehen. Bis ins Jahr 1968 wurden sie sogar mit der Hand geläutet - ein traditionelle Aufgabe der männlichen Konfirmanden. Allerding gab es damals nur das Läuten zu Gottesdienst und das Feierabendläuten am Samstag abend.

Schon bevor die Glocken elektrifiert wurden erlebte die Gustav-Adolf-Kirche ihre erste große Innenrenovierung; 1967 konnte man einige Wochen lang die Kirche nicht nutzen und war dankbar, das man in der katholischen Herz-Jesu-Kirche Gastrecht bekam und dort die Gottesdienste feiern durfte.

1975, pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum gab es dann einen neuen Außenanstrich, so dass am 31. August die alte Dame in würdigem Kleid Geburtstag feiern konnte.

1980 bekam die Gustav-Adolf-Kirche eine neue Orgel. 77.000 DM hat diese damals gekostet - viel Geld, wenn man bedenkt, dass die ganze Kirche mal nur 40.000 RM gekostet hat.
Fünf Jahre später musste dann die Glockenanlage repariert werden.

Der größte Brocken aber kam in den Jahren 1996/97. Bisher heizte man die Kirche - nach Abschaffung der Kohleöfen - elektrisch, ein teure Angelegenheit. Da in dieser Zeit die Heizungsanlage, die Gemeindezentrum und Kindertagesstätte versorgt, erneuert werden musste, entschloß sich der Kirchenvorstand zur "großen Lösung" und hängte Kirche und Nebenräume gleich mit dran. Das erforderte natürlich auch einen großen Batzen Geld. Da fielen die neuen Lampen schon fast nicht mehr ins Gewicht.

Als man im Jahre 2000 das den 75. Geburtstag feierte, hätte man es gerne mit einer renovierten Orgel getan, die kostete aber 40.000 DM - und war erst ein Jahr später fertig.

Seitdem hat sich an und in der Kirche nicht viel grundsätzlich verändert.

Allerdings zeigt unser Kirchendach über die Jahre so langsam schwächen, so dass wir im August 2012 hier mit erheblichen Sanierungsarbeiten bedinnen mussten. Dabei erhielt nicht nur das äußere unserer Kirche eine Auffrischung, auch das Außengelände wurde neu gestaltet. Dabei wurde ein Rollstuhl gerechter Eingang mit einer Außenterrasse hinter dem Gemeindebüro geschaffen. Außerdem wird die Kirche jetzt in den Abendstunden angeleuchtet, was ihr ein besonderes Flair gibt. Mehr zu den Renovierungsarbeiten, die im August 2014 abgeschlossen wurden HIER.

 

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Hüttenfelder Glocken im Internet!

Seit einiger Zeit kann man das Geläut der Hüttenfelder Gustav-Adolf-Kirche auch dann hören, wenn sie gar nicht eingeschaltet sind.
Grund dafür: Die Glocken wurden aufgenommen und können unter diesen beiden Links nun jederzeit gehört bzw. auch gesehen werden:
http://www.youtube.com/watch?v=fqRFBTKFZQY
http://www.youtube.com/watch?v=2ycHe9V6u-s

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Die Eingangstür'
Der Blick vom Eingang her
Der Altar
Das runde Fenster
Die Kanzel
Die drei Fenster an der Nordwand
Das Lutherfenster
Unsere Kerzen
Unser Taufbecken

Bildrechte (großteils): Chrsitian Lechelt  (Dekanat Ried)